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22.09.2017 00:53:33

Training und Regatten

Mit dem Abschluß der Ausbildung und dem Bestehen der Freiruderprüfung hat ein Mitglied das nötige Handwerkszeug für seine weiteren Ruderaktivitäten erlangt. Nun steht ihm/ihr frei, ob er/sie es beim gelegentlichen oder auch regelmäßigen Rudern mit Freunden und Freundinnen "belassen" möchte und darüber hinaus an Wanderfahrten teilnimmt - oder ob es "noch ein wenig mehr" sein darf... 

Traditionell verfügte die Katharineum-Ruderriege seit ihrer Gründung im Jahre 1904 über einen hohen Leistungsstand. Oftmals wurde fruchtbar mit den Lübecker Rudervereinen zusammengearbeitet. Denn einen gut organisierten und funktionierenden Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten, ist sehr energie-, zeit- und auch kostenintensiv. Daher bietet sich oft eine Zusammenarbeit an.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts war die KRR bei der Lübecker Rudergesellschaft (LRG) untergebracht; hier lagerten die Boote, und von hier aus fand der Ruderbetrieb statt. Daher war auch klar, daß das Training in Zusammenarbeit mit der LRG stattfand.

Ältere LRG-Mitglieder übernahmen das Training trainingswilliger Ruderriegen-Mitglieder, und besonders in den 1920er Jahren genoß der Lübecker Schülerrudersport einen herausragenden Ruf in ganz Norddeutschland. Neben dem Katharineum taten sich dabei besonders Johanneum und OzD hervor.

1933 zog die KRR um in das Bootshaus des Lübecker Ruderklubs (LRK). Damit begann für unsere Riege eine Blütezeit, wie sie ein Schülerruderverein nur selten erlebt. Jahrelang verfügte sie über den besten Achter Norddeutschlands. 1934 bis 1936 wurde auf der Norddeutschen Meisterschaft in Hamburg jeweils der Herausforderungspreis im 1. Achter gewonnen. Als 1938 die KRR in den LRK eingegliedert wurde (um ein Schlucken durch die Marine-Hitlerjugend zu verhindern), setzten sich die Erfolge auch in dieser Form fort. So blieb der 1. Vierer 1938 auf allen Regatten ungeschlagen. Wenn auch 1939 wegen des Ausbruches des 2. Weltkrieges noch auf den Besuch der Deutschen Meisterschaften verzichtet werden mußte, so sah das Jahr 1940 wiederum eine prächtige Achtermannschaft, die auf den Deutschen Meisterschaften in Berlin gegen 24 Gegner aus ganz Deutschland den 4. Platz belegte.

Nach dem Krieg gestaltete sich der Neuaufbau schwierig, da die besten Boote verloren gegangen waren. Dank der Hilfe des LRK konnten der Ruderbetrieb und das Training aber wieder aufgenommen werden. Schon 1950 wurde die KRR Deutscher Meister im Vierer. - Das Trainings- und Regattarudern war fester Bestandteil des Riegenlebens, und es stellten sich schöne Erfolge auf allen möglichen Regattaplätzen ein.

1963 wurde die KRR in Schweinfurt Deutscher Schülermeister im Achter und ein Jahr später Vizemeister, diesmal im Vierer. In den 70er und 80er Jahren startete man gemeinsam mit dem LRK als "Trainingsgemeinschaft Lübecker Ruderklub/Katharineum-Ruderriege". Auch in ihr wurden viele Siege errungen. Sie reichen von Deutschen Jugendmeisterschaften bis hin zu Eichkranzsiegen, von Siegen beim Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" bis hin zu einer Weltmeisterschaftsteilnahme in Montreal, auf der die Bronze-Medaille errudert wurde gegen Gegner aus aller Welt.

Ende der 80er Jahre fanden sich aber immer weniger trainingswillige Ruderer, so daß die Trainingsgemeinschaft einschlief. Stattdessen nahmen einige KRR-Mitglieder das Training in der LRG auf; und auch in diesem Rahmen konnten unsere Mitglieder beachtliche Erfolge erringen.

Seit 1999 ist die Trainingsgemeinschaft mit dem LRK reaktiviert. Daraus resultierte im Jahr 2000 der Gewinn der Landesmeisterschaft im Achter sowohl auf Verbands- als auch auf Schulebene. Im Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin wurde der 4. Platz belegt. - Der Nachwuchs hatte den Spaß am Training wiedergefunden!

Schon mehrfach wurde in der KRR der Grundstein für eine erfolgreiche Rudererlaufbahn gelegt. Ehemalige Riegenmitglieder, die bei uns das Rudern erlernt hatten, wurden Olympia-Sieger und Weltmeister!


Stellt sich nun noch die Frage, wie so ein Training überhaupt abläuft, wie oft man trainiert, was das alles kostet und was einem das überhaupt bringt!?!

Die Antworten hierauf sind vielfältig. - Häufigkeit und Intensität des Trainings hängen in erster Linie vom Alter ab. Als Einsteiger muß man wohl mit 2-3 Tagen pro Woche rechnen (sprich: 2-3 Trainingseinheiten). Angesiedelt ist das Training beim Lübecker Ruderklub, wo die KRR ja auch ihre Boote liegen hat. (Natürlich kann man auch in der LRG trainieren, mit der LRG gibt es allerdings keine Trainingsgemeinschaft.)

Die KRR hängt sich im Rahmen der Trainingsgemeinschaft quasi an das Training des LRK an. Das bringt für beide Seiten Vorteile mit sich:

Da eine Schülerruderriege wie die KRR ganz andere Möglichkeiten hat, Nachwuchs für das Training zu gewinnen, ist die Gruppe der Trainingsleute wesentlich größer. Das wiederum bedeutet, daß man einzelne Mannschaften viel besser zusammenstellen kann und flexibler in der Beschickung von Regatten und Rennen agieren kann.

Je mehr Ruderinnen und Ruderer trainieren, desto mehr kann man "aus dem Vollen schöpfen". - Gleichzeitig erhöhen sich aber auch die Aussichten der Trainingsleute, und es macht natürlich auch viel mehr Spaß!

Besondere Kosten fallen für die Mitglieder der KRR nicht an, allerdings muß der Riegenbeitrag natürlich weiterhin überwiesen werden.

Viele (ehemalige) Trainingsruderer berichten davon, wie sehr das Rudern und speziell das Training sie charakterlich geprägt hat. Ohne Ausdauer, Disziplin, Teamgeist und einen eisernen Willen - das ganze in einer netten Gruppe - stehen die Chancen schlecht.

Bleibt uns abschließend nur noch hervorzuheben, daß wir uns über jeden freuen, der in das Training einsteigen möchte, um unsere Farben auf den verschiedensten Regatten zu vertreten!


Ach übrigens: Auch nicht "professionell trainierende" Riegenmitglieder können natürlich Regattaluft schnuppern, z.B. auf der Lübecker Internen Regatta im September oder auf der im Herbst von der KRR ausgerichteten Trimmregatta. Mit ein bißchen Training kann sich aber auch schon eine Teilnahme am Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" lohnen...

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