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22.11.2017 04:29:21

Wanderfahrten

Wer den Rudersport in all seinen Facetten kennengelernt hat, wird kaum sagen können, ob es schöner war, nach langem und hartem Training an den Siegersteg anzulegen oder in ausgelassener Stimmung am Priwall anzukommen, dort seine Zelte aufzuschlagen und den Abend bei Gitarrenmusik, Gesang und einem kleinen Lagerfeuer ausklingen zu lassen.

Mit dem Wanderrudern erfährt der Rudersport neben dem Trainings- und Regattarudern seinen zweiten gewichtigen Schwerpunkt. Und wie das Trainings- und Regattarudern hat auch das Wanderrudern in der KRR eine lange Tradition.

Die erste größere auswärtige Wanderfahrt wurde bereits 1908 unternommen, und zwar führte sie die Teilnehmer an den Ursprungsort der Weser (Hannoversch Münden), von wo aus sie den Fluß komplett bis nach Bremen hinabruderten (ca. 380 km).

Von da an etablierten sich die Wanderfahrten als festes Element des Riegenlebens. Und wie sollte es auch anders sein, denn schließlich waren die Jugendlichen zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch viel mehr familiären und gesellschaftlichen Zwängen unterworfen, so daß sich eine Abwechslung in Form einer Wanderfahrt - auf der außer einem Lehrer keinerlei Erziehungsberechtigte teilnahmen, sondern im Gegenteil nur Gleichaltrige und Gleichgesinnte - geradezu anbot!

Aus diesem Grunde erfreuen sich Wanderfahrten seit Bestehen der KRR nahezu durchgehend großer Beliebtheit (lediglich in den 1970er Jahren traten die Wanderfahrten hinter das Training zurück). Neben dem großen Beitrag zu Teamgeist, Zusammengehörigkeitsgefühl und Kameradschaft sorgen die Wanderfahrten auch für ein hohes Maß an Naturverbundenheit und umweltgerechtem Denken und Handeln. Denn daß die Riegenmitglieder ihren Müll auf Wanderfahrten selber entsorgen, versteht sich von selbst!

Bekanntermaßen soll man einen anderen Menschen so lange nicht beurteilen, ehe man nicht mindestens einen Monat mit ihm auf einer einsamen Insel verbracht hat. In Analogie zu unseren Wanderfahrten könnte man genau so gut sagen "...ehe man nicht mehrere Tage gemeinsam in einem Boot gerudert ist". - Die gemeinsamen Erlebnisse, die gemeinsame Leistung (z.B. 380 km weserabwärts) oder auch gemeinsam erlebte Not (z.B. 3 Tage Dauerregen) schweißen zusammen und lassen die wahren Charaktere der Bootsinsassen zu Tage treten. D.h. also, daß man auf Wanderfahrten seine Ruderkameraden erst so richtig kennenlernt. - Daraus sind schon viele besonders lang anhaltende und viele Schwierigkeiten überstehende Freundschaften entstanden!

Die KRR unternimmt jährlich mehrere Wanderfahrten. Das Programm beginnt meist mit dem Wesermarathon am ersten Mai-Wochenende. Die folgenden Wochenenden führen die Mitglieder zu den verschiedensten Orten in und um Lübeck. Dabei bieten sich als Ziele sowohl solche Orte an, die man an einem Tag erreichen kann, als auch Zeltplätze und Jugendherbergen, zu denen man mehrere Tage unterwegs ist.

In den Sommerferien starten die Mitglieder schon mal zu einer sogenannten ROWdies Tour, einer Wanderfahrt, die meistens auf weiter entfernt gelegene Gewässer führt (z.B. die Mecklenburgische Seenplatte, die Lahn, Frankreich oder Schweden) und dazu besondere Reize zu bieten hat (Tunnel, Schleusen, Bootsgassen, Brücken oder Schiffshebewerke).

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